7A Klasse des BORG St. Johann besucht
Richard Wagners Oper „SIEGFRIED“
bei den OSTERFESTSPIELEN 2009 in Salzburg
Dank der Großzügigkeit der Osterfestspiel Salzburg konnte das Projekt „Jugend und Osterfestspiele – Jugendliche erleben Oper“ auch heuer fortgeführt werden.
Intention des Projekts ist, Jugendlichen einen Zugang zum Musiktheater zu ermöglichen, damit sie komplexe Handlungen durchschauen, die Emotionalität der Musik zulassen und einen Bezug zu den eigenen Erfahrungswelten herstellen können.
Höhepunkt war am 30. März 2009 die Orchesterhauptprobe von Richard Wagners „SIEGFRIED“ im Großen Festspielhaus, die alle Teilnehmer kostenlos besuchen durften.
Informieren, aktivieren, erleben und be-greifbar machen, wie eine Oper entsteht und „funktioniert“, das ist die beste Voraussetzung für einen lustvollen Besuch der Osterfestspiele und darüber hinaus für künftige kompetente Opernfans nach dem Motto: “Die Oper lebt!“
Die 7A Klasse hat in diesem Zusammenhang folgende Veranstaltungen besucht:
27.01.2009: Einführungsvortrag
17.03.2009: „Siegfried-Tag“ im republic und Das Kino
26.03.2009: Der Festspielbetrieb – hinter den Kulissen
30.03.2009: Orchesterhauptprobe mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle
Im Folgenden können Sie die Berichte der Schüler über die einzelnen Veranstaltungen lesen:
Einführungsvortrag für den Inhalt verantwortlich: Anna Kaiser, Kerstin Klausner, Monika Moser, Stefanie Seidl
Am Dienstag, den 27.01.2009 besuchte uns ein Mitarbeiter von Akzente Salzburg. Er studierte Musikwissenschaften und Publizistik und lieferte uns einen detaillierten Lebenslauf mit Klatsch über Richard Wagner. Wagner wurde 1813 in Leibzig geboren und starb 1883. Seine Kindheit war von einer fehlenden Vaterfigur sowie durch Hin- und Herreichen in der Familie geprägt. Diese Ereignisse verarbeitet er auch in seiner Oper „Siegfried“, die gemeinsam mit DAS RHEINGOLD, DIE WALKÜRE und DIE GÖTTERDÄMMERUNG die Tetralogie DER RING DES NIBELUNGEN (Wagners „Bühnenfestspiele für drei Tage und einen Vorabend) bildet. Weiters versucht er, das verzweifelte Suchen der eigenen Identität an dem Protagonisten Siegfried zu zeigen.
Diese Tetralogie bezieht ihren Stoff hauptsächlich aus den Nibelungensagen des 13. Jahrhunderts. Richard Wagner, welcher zu den bedeutendsten Erneuerern der europäischen Musik im 19. Jahrhundert zählt, verwendet gerne die deutschen Sagen, um sie neu zu interpretieren, wie zum Beispiel PARZIVAL von Eschenbach, welchen er unter dem Namen PARSIFAL 1882 uraufführte. Genau diese deutschen Themen und eine zweideutige Aussage im Bezug auf die Juden machten ihn zu „dem“ Opernstar in der nationalsozialistischen Zeit.
Wagner wurde uns als sehr sonderbarer Mensch nahegebracht, der Zeit seines Lebens Extreme lebte. Nicht nur die finanzielle Situation Wagners hatte Höhen und Tiefen, sondern auch sein Privatleben.
Wir bekamen durch den Vortrag über SIEGFRIED einen sehr guten Einblick in die Thematik dieses Werkes und zusätzlich Hintergrundinformationen, welche es zuließen, uns bei der Oper, sowie bei der Tanzvorführung im Republik mühelos dem Geschehen zu widmen. Weiters half der sehr gut aufbereitete Inhalt dabei, uns mit Wangers Oper so gut wie möglich zu identifizieren.
Siegfried-Tag
für den Inhalt verantwortlich: Florian Strasser, Thomas Schnöll, Thomas Schrempf, Alexander Mayrhofer, Berthold Obauer
Am 17.03.2009 fuhren wir im Rahmen eines Projektes über Richard Wagner nach Salzburg, um uns „Trip to Asia“, einen Film über die Berliner Philharmoniker anzusehen.
Der Film erzählt in Form einer Dokumentation von den Auftritten des Orchesters in Asien, den Geschichten der Musiker und ihrer Suche nach dem „Einklang“.
Unter der Leitung von Sir Simon Rattle spielten die Berliner Philharmoniker in China, Südkorea und Japan, in Städten wie Peking, Shanghai, Seoul, Tokio, usw.
Die Musiker berichten über ihre Impressionen in Asien, ihre musikalische Laufbahn und vom großen Druck innerhalb des Orchesters.
Ihre geringe Freizeit in Asien nutzen sie, um ihren persönlichen Hobbys nachzugehen.
z.B. unternahmen zwei Musiker eine Fahrradtour, andere erkundeten die exotische Natur, wieder andere unterrichteten in Musikhochschulen der jeweiligen Stadt oder musizierten in kleineren Ensembles.
In Asien genießen die Berliner Philharmoniker große Bewunderung und hohes Ansehen. Ihr Beliebtheitsgrad dort ist enorm hoch.
Nach der Filmvorführung wurde uns im Republic noch einmal auf außergewöhnliche Weise der Inhalt der Oper SIEGFRIED vermittelt.
Einerseits durch Monologe und Schauspiel, andererseits wurden einige Szenen auch durch Ausdruckstanz besonders gut dargestellt.
Zum Abschluss kann man sagen, dass dieser zweite Teil des Projektes sehr lehrreich war und uns auf jeden Fall näher zur Aufführung bzw. Orchesterhauptprobe gebracht hat.
Der Festspielbetrieb – Hinter den Kulissen
für den Inhalt verantwortlich: Daniel Becker, Lukas Nocker, Milutin Bjelic, Martin Gitschthaler, Ivona Cekic, Franziska Hittmaier
Am 26.03.2009 fuhren wir nach Salzburg ins Große Festspielhaus, um uns die dort eingesetzten Mittel zur Darstellung der Oper SIEGFRIED und auch andere zeigen zu lassen.
Die Akustik und Lichttechnik auf der Bühne wurde uns näher gebracht. Es gibt verschiedene Spots, beweglich oder statisch, je nach Aufführung.
Auch die Tontechnik hat eine wichtige Aufgabe.
Anschließend sahen wir die Bühne von hinten. Dort wurde uns vorgeführt, wie ein Lastenzug funktioniert, sowie eine hydraulische Hebebühne.
Auch die hauseigene Werkstatt bietet viele Möglichkeiten. Es wird fast alles, was auf der Bühne zu sehen ist, an diesem Ort hergestellt. Hier waren auch einige Werkstücke aus früheren Produktionen ausgestellt.
Im Foyer des Festspielhauses wurden uns einige Spezialeffekte gezeigt: z.B. drei verschiedene Arten von Kunstblut, Papier, das wenige Sekunden nach dem Anzünden komplett verschwindet oder spezielles Glas.
In der Kostümabteilung konnten wir die Kostüme der Siegfriedaufführung des Jahres 1968 mit den aktuellen vergleichen.
Besonders interessant war die Erklärung der Kostümbildnerin, wie man Textilien behandeln muß, um sie alt aussehen zu lassen.
Zum Schluss wurde uns die Geschichte des Festspielhauses erzählt.
Am Anfang der Führung bekamen wir ein Quiz zu lösen. Eine korrekte Lösung berechtigte uns zur Teilnahme am Gewinnspiel. Nina Schäffer hat dabei einen Opernglas gewonnen.
Orchesterhauptprobe der Osterfestspiel 2009 „SIEGFRIED“
für den Inhalt verantwortlich: Andrea Galler, Johanna Hofer, Bettina Steiner, Agnes Jagersberger, Lena Kendlbacher, Ricarda Stemberger,
Am 30.03.2009 fuhr die 7A-Klasse des BORG St. Johann zur Orchesterhauptprobe der Wagneroper SIEGFRIED.
Die Vorstellung dauerte von 15.00 – 20.00 Uhr.
Im Vorhinein erhielten wir von Akzente Salzburg genügend Informationsmaterial über das Projekt, wodurch eine ausreichende Vorbereitung gewährleistet war.
Schon bei der Ankunft im Großen Festspielhaus wurden die zahlreichen Schülergruppen sehr freundlich vom überaus bemühten Personal begrüßt.
Die Orchesterhauptprobe ist die vorletzte Probe vor der Premiere, läuft ohne Unterbrechungen und mit Originalkostümen und Bühnenbild durch und ist nur für Schüler mit der entsprechender Vorbereitung geöffnet.
Die Preise der Eintrittskarten für die Aufführungen des SIEGFRIED bei den Osterfestspielen belaufen sich auf bis zu 500€.
In der ersten Pause wurde allen Schülern und Begleitpersonen ein riesiges, kostenloses Buffet bereitgestellt. Das Angebot reichte von kalten Getränken über belegte Brote, Kuchen und auch frisches Obst. Sogar in der zweiten Pause war noch eine große Auswahl vorhanden.
Faszinierend fanden wir die einfach, aber doch sehr interessant gestaltete Kulisse. Durch die Hebebühne wurde das Bühnenbild mehrmals umgestaltet und erschien ständig unter einem neuen Blickwinkel.
Auch die Beleuchtung beeindruckte uns sehr.
Obwohl die Oper fünf Stunden dauerte, verging die Zeit sehr schnell. Wir verließen die Vorstellung mit entspannten und auch ein wenig verzauberten Gemütern.