Filminhalt
In drei Beiträgen mit den Titeln "DENK.MAL", "Franzosenlager", "Russenlager" kommen Zeitzeugen, der Historiker Michael Mooslechner und der Friedhofsbetreuer Adolf Schwaiger zu Wort. St. Johann hieß in der NS-Zeit "Markt Pongau". Jüdische Mitbürger wurden schon kurz nach dem "Anschluss" 1938 vertrieben. Die ersten französischen Kriegsgefangenen trafen bereits im Sommer 1940 ein. Das Kriegsgefangenenlager STALAG XVIII C entstand 1941, bestand aus dem Südlager, in dem Franzosen, Serben, Belgier, ... gefangen gehalten wurden und dem Nordlager, in dem fast ausschließlich sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert waren.
Zu den unmenschlichen Lebensbedingungen der russischen Kriegsgefangenen sagt der Historiker Michael Mooslechner: "Von den 3 000 russischen Gefangenen, die im November 1941 interniert waren, waren im August 1942 nur mehr 500 am Leben. So schlecht waren die Ernährungsbedingungen und so schlecht war die medizinische Versorgung."
Franz Knauseder, während des Krieges ein 15 Jahre alter Lehrling in St. Johann, erinnert sich:"Wenn man tagtäglich zweimal vorbeigeht und da liegen schwerstkranke Menschen drinnen, da ist es laut, da hört man Schreie, das schockiert einen."
Insgesamt kamen 3 709 russische Kriegsgefangene (über 55 %) ums Leben. Da der Ortsfriedhof für die vielen Toten nicht mehr ausreichte, wurde in der Nähe des Nordlagers eine Grabstätte errichtet, die heute als "Russenfriedhof" bekannt ist. Unten: Bilder vom Kriegsgefangenenlager, Archiv Michael Mooslechner.