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Gras drüber? - Film von den Schülerinnen und Schülern der VIII A Klasse (2008/09)

Filmprojekt

Finanziert wurde dieses Filmprojekt von der Gesellschaft für Politische Bildung, initiiert und betreut von Aktion Film, Salzburg. In einem Workshop lernten die SchülerInnen die Grundelemente der Filmgestaltung, den Umgang mit der Kamera, dem Ton und dem Licht kennen. Unter fachkundlicher Anleitung des Salzburger Historikers Michael Mooslechner und ihrer Geschichtelehrerin Annemarie Zierlinger setzten sich die Jugendlichen mit den Erinnerungsspuren an die NS-Vergangenheit in St. Johann/Pg. auseinander und schrieben in den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Geschichte und katholische Religion die Exposes, Drehbücher und Drehpläne. An zwei Schultagen wurden die Filmaufnahmen gemacht und an weiteren zwei Unterrichtstagen erfolgte der Schnitt. "Wir bekamen einen anderen Zugang zur Thematik, da das Arbeiten mit den Zeitzeugen sehr ergreifend für uns war." So die Meinung einer Schülerin. Unten: Bilder vom Workshop.

 

Filminhalt

In drei Beiträgen mit den Titeln "DENK.MAL", "Franzosenlager", "Russenlager" kommen Zeitzeugen, der Historiker Michael Mooslechner und der Friedhofsbetreuer Adolf Schwaiger zu Wort. St. Johann hieß in der NS-Zeit "Markt Pongau". Jüdische Mitbürger wurden schon kurz nach dem "Anschluss" 1938 vertrieben. Die ersten französischen Kriegsgefangenen trafen bereits im Sommer 1940 ein. Das Kriegsgefangenenlager STALAG XVIII C entstand 1941, bestand aus dem Südlager, in dem Franzosen, Serben, Belgier, ... gefangen gehalten wurden und dem Nordlager, in dem fast ausschließlich sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert waren.

Zu den unmenschlichen Lebensbedingungen der russischen Kriegsgefangenen sagt der Historiker Michael Mooslechner: "Von den 3 000 russischen Gefangenen, die im November 1941 interniert waren, waren im August 1942 nur mehr 500 am Leben. So schlecht waren die Ernährungsbedingungen und so schlecht war die medizinische Versorgung."

Franz Knauseder, während des Krieges ein 15 Jahre alter Lehrling in St. Johann, erinnert sich:"Wenn man tagtäglich zweimal vorbeigeht und da liegen schwerstkranke Menschen drinnen, da ist es laut, da hört man Schreie, das schockiert einen."

Insgesamt kamen 3 709 russische Kriegsgefangene (über 55 %) ums Leben. Da der Ortsfriedhof für die vielen Toten nicht mehr ausreichte, wurde in der Nähe des Nordlagers eine Grabstätte errichtet, die heute als "Russenfriedhof" bekannt ist. Unten: Bilder vom Kriegsgefangenenlager,  Archiv Michael Mooslechner.

Filmpräsentation

Der Besucherandrang bei der Premiere am 27. 2. 09 im Kultur:Treff (Haus der Musik, St. Johann/Pg.) war so groß, dass eine zweite Präsentation erforderlich war. Das Interesse der anwesenden Personen beeindruckte und ihre Beiträge im Anschluss an die Filmvorführung  und die Präsentation waren sehr konstruktiv. Unten: GesprächsteilnehmerInnen am Podium (Bild 1 - von links nach rechts):Michael Mooslechner (Historiker), Eduard Stofferin (Zeitzeuge), Adolf Schwaiger (Friedhofsbetreuer), Franz Knauseder (Zeitzeuge), Sarah Rieser und Johanna Maier (Schülerinnen der VIII A). Schülerinnen und Schüler der VIII A Klasse (Bild 2).

 


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