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8G in Paris

Paris, die Stadt der Liebe, Lichter und unerschwinglichen Designergewänder, ist für jedermann eine Reise wert. Genau aus diesem Grunde entschlossen wir von der 8G uns, mit den Begleitprofessorinnen Klettner und Helwig, ganze vier Schulwochen nach Ferienende, dieser monumentalen Stadt einen kleinen Besuch abzustatten. Wer viel leistet verdient schließlich Urlaub. Mit viel Motivation, Vorfreude und schwerem Gepäck ging’s dann am Abend des 6. Oktober auf nach Frankreich. Da Umweltschutz bei uns großgeschrieben wird, und sich mittlerweile sowieso ein jeder an die fast obligatorisch wirkenden Verspätungen der Bahn gewöhnt hatte, wurde diese als Transportmittel gewählt, inklusive Schlafwagon auf der Strecke München-Paris. Wer schon einmal mit einem solchen Schlafwagon gereist ist, weiß was dieser dem Fahrgast bietet: Körperliche Nähe, sowie den durch zig Zugstunden  entstehenden „Geruch der Freiheit“. Doch gerade diese Dinge sind es, die eine Gruppe zusammenschweißen, und erschöpft am „Gare de l’Est“ in Paris angekommen, herrschte unter uns allen eine ausgelassene Stimmung. Gut organisiert, wie nicht alle Schulreisen immer sind, wurden wir gleich nach dem Eintreffen zu unserem Jugendgästehaus, dem „CISP Kellermann“ kutschiert, wobei wir auf der Fahrt quer durch die Großstadt die ersten Eindrücke sammelten. Da staunten wir Landmenschen nicht schlecht über die Hektik, das Chaos und all die erhobenen Mittelfinger im Verkehr, die in Paris an der Tagesordnung zu sein schienen, und viele freuten sich schon auf die Einkaufstouren in all den bekannten Kaufhausketten, die sie erspäht hatten. Beim CISP angekommen, konnten wir nach einem kleinen Mittagessen auch schon unsere Zimmer beziehen. Diese waren dann doch nicht ganz so wie vorab erhofft. Von Schmutz und Schimmel in den Duschen, Haaren oder Marienkäferkolonien an den Wänden stand nämlich nichts in der Buchung. Die Antwort der Rezeption auf die Bitte, doch wenigstens die fünfzig Käfer aus dem Zimmer von Eva und Susi zu entfernen, werden wir wohl auch nie vergessen: „Diese Käfer stehen unter Naturschutz!“ Schließlich wurden sie aber doch auf ein eher erträgliches Maß dezimiert und wir Buben bekamen Dank rascher Beschwerde von Frau Prof. Klettner einen Preisnachlass, da in unserem Zimmer die ausgemachten Duschen gänzlich fehlten und uns auch niemand die dreckigen Waschbecken als solche verkaufen konnte. Zwar waren wir nun leicht beschwichtigt und fühlten uns aufgrund der Überwachungskameras und 2-Meter-Securitys am Gang sicher, doch hätten wir uns lieber mit Franzbranntwein eindecken und täglich einreiben sollen, um der Gesundheitsgefahr, ausgehend von Schimmel und Mikroorganismen, entgegenzuwirken. Nachdem wir uns genug geärgert hatten, stürzten wir uns ins Herz von Paris, zuerst gings zur Notre-Dame auf der „Île de la Cité“. Nach langem Warten und einem kleinen Zwangsaufenthalt im Souvenirshop konnten wir bei Kaiserwetter vom Dach der gotischen Kathedrale einen herrlichen Überblick über die Stadt genießen. Gleich im Anschluss besichtigten wir noch die Conciergerie, die während der Französischen Revolution als Gefängnis diente. Zum Schluss rundeten wir den Tag noch mit einer Einkaufsorgie ab. Am zweiten Paristag hätten wir Burschen die Agenda durch kollektives Verschlafen fast über den Haufen geworfen, und so konnten wir wegen Zeitmangels nur kurz ein paar Fotos vorm Triumphbogen schießen, um danach schnell der Champs-Élysées entlang zum Louvre zu marschieren. Dort erwartete uns ein Kunstschock sondergleichen: 35.000 Ausstellungsstücke auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern sorgten dafür, dass sich auch der größte Banause nicht kultureller Bildung entziehen konnte, und mit Eindrücken der Venus von Milo, der Mona Lisa und den tausenden lustigen japanischen Touristen, die wie Roboter vor jedem Bild begeistert mit ihren riesigen Kameras knipsten, machten wir uns am Nachmittag auf den Weg nach Montmartre. Montmartre („Das heißt Meine Mutter!“) ist ein gemütliches Künstlerviertel. Das auf einem mit der Basilika Sacré-Cœur gekrönten Hügel gelegene Viertel inspiriert bereits seit langen Zeiten Generationen von Straßenkünstlern mit seiner weiten Übersicht über die Großstadt und bot uns eine Ruhepause von der Hektik der Millionenmetropole. Am späten Nachmittag ging’s weiter zum Wahrzeichen schlechthin: Dem Eiffelturm. Von praktisch überall gut zu sehen hatte er uns schon als Orientierungshilfe gedient, und nun konnten wir den über 300 Meter hohen Koloss endlich betreten. Über 654 Stufen („Das schaffen wir locker, wir haben Oberreiter-Turnunterricht“) oder vier Aufzüge wird es den 6 Millionen Besuchern pro Jahr ermöglicht, zum höchsten Ort von Paris zu gelangen. Nach einer guten Stunde in der Warteschlange, und nochmals etwa 20 Minuten bis zur obersten Plattform, wurden wir dann enttäuscht. Denn genau jetzt hatte eine dicke Nebeldecke den Turm umhüllt, und statt einer schönen Aussicht auf das nächtliche Paris bekamen wir nur viele kleine Lichter auf den leicht befahrenen Straßen zu sehen. Aber immerhin konnten wir noch einen kurzen Blick auf ein paar gut beleuchtete Sehenswürdigkeiten erhaschen („Woa, Fußballstadion!!“). Am dritten Tag unserer Reise fuhren wir mit dem Zug zum Schloss Versailles. Nach einer langen Besichtigung des Schlosses und besonders des berühmten Spiegelsaals entschieden wir uns noch zu einer Bummelzugfahrt durch die riesige Parkanlage. Erschöpft durch diesen Kulturüberfluss holten wir uns so wie fast jeden Tag eine kalorienreiche Stärkung bei McDonalds, bevor wir uns auf den Rückweg nach Paris machten. Dort genossen wir am Nachmittag  eine Bootsfahrt auf der Seine mit einem der berühmten „Bateaux Mouche“. Hier bot sich uns die Gelegenheit, viele der am Fluss liegenden Sehenswürdigkeiten zu fotografieren, auch wenn manche mehr Interesse an den vielen chinesischen Touristen auf dem Boot zeigten. Nach einem Bummel und einem feinem Abendessen auf der Champs- Élysées ging es dann zur letzten Nacht in unsere tolle Herberge zurück. Am letzten Tag unseres Parisaufenthalts wurden wir noch ein letztes Mal kulturell beglückt, diesmal mit einem Besuch des Musée Rodin. Wem sagt er nichts, der berühmte Bildhauer Auguste Rodin, mit seinen vielen bekannten Skulpturen, beispielsweise dem „Penseur“? Uns sagt er inzwischen sehr viel, wir konnten eine wichtige Bildungslücke schließen. Das Musée Rodin ist zudem ein gemütlicher Ort, ein Hauch Pongau in der Großstadt. So genossen wir auch  einen Spaziergang im Garten des Museums, wo wir Vögel beobachteten, uns entspannten und ein paar Rodin-Statuen umarmten. Vor der Heimfahrt ging es zum berühmten Einkaufszentrum „La Fayette“, um das restliche Taschengeld in die französische Wirtschaft zu investieren. In den meisten Geschäften kam man mit seinem Geld leider nicht sehr weit, aber dennoch war es recht spaßig, durch die Regale zu schlendern und mit hochnäsigem Blick die gestriegelten Verkäufer und Kleidungsstücke jenseits der 1000€ Grenze zu betrachten. Nach einiger Zeit bekam man jedoch Drang nach frischer Luft, denn La Fayette war dermaßen überlaufen, dass wir froh waren, wieder im Freien zu sein. Nach diesen vier Tagen, an denen wir viele berühmte Sehenswürdigkeiten, überteuerte kleine Restaurants und mehr oder weniger begabte Musiker und Tänzer in den U-Bahnen gesehen haben, sehnten wir uns alle schon nach unserem gemütlichen Zuhause. Am Abend traten wir dann die Rückreise an, und nach einer langen Fahrt in den komfortablen Zügen kamen wir schließlich am Sonntagvormittag in St. Johann an. Die Reise war ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis, ein großer Dank an unsere Begleitlehrer!


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